Geschichte

Vom 19. Jahrhundert bis heute

1861

Sagmeister gilt in Vorarlberg als Inbegriff für Mode. Die Anfänge des Handelshauses reichen bis ins 19. Jahrhundert zurück. 1844 gründete Jakob Sagmeister in Bregenz eine Firma als Drechslerwerkstatt, baute das Stammhaus in der Römerstraße 10 und sein Sohn Gebhard machte aus dem väterlichen Geschäft eine angesehene Antiquitätenhandlung.

Antiquitäten erlebten zu dieser Zeit einen Boom, und so konnte das Unternehmen Sagmeister eine Reihe prominenter und zahlungskräftiger Kunden begrüßen, etwa den österreichischen Erzherzog Eugen, den König von Württemberg und die italienische Königin.

Die Bregenzer Römerstraße um 1900. Im hintersten Gebäude mit ausgefahrener Markise befand sich die Antiquitäten- und Gemischtwarenhandlung Sagmeister.

1904

Nach dem ersten Weltkrieg ging der Antiquitätenhandel aufgrund des verringerten Wohlstands und der Entmachtung des vormals kaufkräftigen Adels stark zurück. Sagmeister veränderte Sortiment und Auftreten radikal und präsentierte sich als typisches Landkaufhaus mit umfassendem Sortiment für die Bedürfnisse der städtischen und ländlichen Bevölkerung.

Das Zeitungsinserat des Warenhauses Sagmeister aus dem Jahr 1904 veranschaulicht das umfangreiche Sortiment,

1920

Im Verlauf der 1920er Jahre entwickelte sich Bekleidung zum wichtigsten Geschäftsbereich. Ganz in diesem Sinne machte Josef Sagmeisters Sohn Karl nach seiner schulischen Ausbildung in der französischen Schweiz ein Praktikum bei einem Münchner Herrenausstatter, ehe er 1937 ins Familienunternehmen einstieg.

Kunden waren damals vor allem die Bewohner der Stadt und Umgebung, Sagmeister war quasi Alleinausstatter der Bregenzerwälder Bevölkerung, aber auch zugezogene Familien aus Norditalien konnten dank perfekter Italienischkenntnisse einer Tochter betreut werden.

Der Modekatalog aus dem Jahr 1937 mit Bekleidung aus dem Sagmeister-Sortiment. In der Zwischenkriegszeit wurde der Bekleidungshandel zum wichtigsten Geschäftsfeld des Unternehmens.

1981

Im Jahr 1981 erfolgte ein großer Erweiterungsbau. Gleichzeitig wurde das Sortiment ausschließlich auf Herren- und Damenmode geändert. Zwei Söhne Karl Sagmeisters gründeten jeweils eigenständige Unternehmungen und zwar Gebhard Sagmeister mit Herrenmode und Martin Sagmeister mit Damenmode. Es folgten Filialgründungen in Feldkirch, Dornbirn und Lech am Arlberg.

Das Designkonzept stammte von einem der renommiertesten Grafikern der Welt und Bruder von Martin und Gebhard: Stefan Sagmeister, der die Kampagne heute mit einem Augenzwinkern beschreibt: We developed the logo (with a name like that we just had to do it in orange), ad campaign, corporate identity, packaging and parts of the interior. The campaign was incredible successful: Three weeks after the opening of the first 3 stores, the client called and stated that his only problem with the campaign is that there is no merchandise left, the stores are practically sold out.

This being a campaign for my brother's stores (and my brother always pretends to not have any money) we could not afford to hire any gorgeous models: So we just took our ugly friends and put bags over their heads.

BLUE Clothing Stores: Ein neues Konzept begleitet von einer außergewöhnlichen Werbekampagne

2011

Die sechste Generation Sagmeister tritt ins Unternehmen ein. Clemens Sagmeister übernimmt von seinem Vater Gebhard die Herrengeschäfte. Ebenfalls 2011 wurde mit Lindau das erste Haus außerhalb Vorarlbergs eröffnet.

Sagmeister Die Frau in Lindau

2015

Seit Januar 2015 ist Sagmeister stolzes Mitglied der internationalen Mode-Plattform farfetch.com, auf der die 400 besten Boutiquen Europas gemeinsam die Highlights ihrer Kollektionen anbieten. Farfetch ist mit über 10,000 angebotenen Artikeln der weitaus größte Onlineshop für anspruchsvolle Mode und betreut Kunden aus der ganzen Welt.

Im November 2015 wurde mit der Eröffnung des "Kleinen" Sagmeister eine letzte Sortimentslücke geschlossen. Im liebevoll renovierten Lokal am Bregenzer Leutbühel finden Kinder - und selbstverständlich auch Eltern und Großeltern - stilsichere Mode für alle von 0 bis 14 Jahren und Geschenksideen für jeden Anlass.

Der Kleine Sagmeister in Bregenz

2016

Im September 2016 wurde der erste Monobrand-Store der Marke ELEVENTY eröffnet und somit ein neues Kapitel in der 170-jährigen Geschichte des Vorarlberger Familienunternehmens aufgeschlagen.
Das Geschäftslokal am Dornbirner Marktplatz wurde von den renommierten italienischen Architekten Parisotto & Formenton umgebaut, die bereits die Flagshipstores von Ferragamo in Tokyo oder Nespresso in Paris entwarfen. Nun wird in Dornbirn auf 100 m² die Herrenkollektion des Mailänder Labels ELEVENTY exklusiv präsentiert.

ELEVENTY in Dornbirn

Factbox

1844: Jakob Sagmeister gründet die Firma in Bregenz.

1861: Bau des heutigen Stammhauses Römerstraße 10 in Bregenz und Einrichtung eines Geschäftes für Antiquitäten

nach 1918: Umstellung auf das Sortiment eines Landkaufhauses, der Bekleidungshandel gewinnt an Bedeutung

1962: Modernisierung und Anbau im Stil der 60er Jahre

1982: Änderung des Sortiments ausschließlich auf Bekleidung. Gebhard und Martin Sagmeister, als Vertreter der Familie in fünfter Generation, gründen eine jeweils eigenständige Unternehmung auf Herren- respektive Damenmode

2011: Eintritt der sechsten Generation mit Clemens Sagmeister, Eröffnung Sagmeister – Die Frau in Lindau (D)

2015: Eröffnung des ersten Kindermodegeschäfts „der Kleine Sagmeister“ durch Caroline Sagmeister und Start des Online-Shops auf der internationalen Modeplattform farfetch.com

2016: Eröffnung des ersten ELEVENTY-Stores Österreichs am Marktplatz in Dornbirn.